Vorwort

Dieser Podcast ist die Einführung zur Monografie von Godehard Lietzow. Er erklärt das Verhältnis des Podcast-Autor zum Künstler und die Beweggründe zur Erstellung dieser Homepage.

"...Erst als die Überführung seiner Kunst in das Archiv der Bundeskunststiftung ein Nachlassverzeichnis notwendig machte, lernte ich seine Kunst in ihrer unendlichen Vielfalt und Qualität kennen, bekam ich Einblick in ein Lebenswerk, das mich zutiefst berührt ...."

1955-1962

Diese Episode ist der 1. Teil der Monografie und erläutert in Text und Bild die Zeit von 1955 bis 1962, in der Godehard Lietzow zuerst in Hannover und dann in Berlin studierte.

".....Schon die Bilder des Gymnasiasten Godehard Lietzow lassen seine Liebe zur Abstraktion erkennen.
Nach dem Abitur in Hannover studierte Godehard Lietzow an der Werkkunstschule Hannover bei Johann Georg Geyger und Gerhard Wendland. Aus dieser Zeit stammen Studien zur Farbenlehre, einige Selbstportraits, sowie Zeichnungen und Malerei vor der Natur, darunter Bilder, die während einer Studienreise nach Bornholm (Dänemark) entstanden."

1962-1978

Die Episode 2 zeigt und erklärt die Zeit nach dem Abbruch des Studiums, als Godehard Lietzow als Journalist und Kunstkritiker tätig war bis zur Gründung der Galerie 1970. Seine Zeit als engagierter Galerist bis zur Wiederaufnahme der eigenen künstlerischen Tätigkeit.

"...Dennoch konnte Godehard Lietzow seine 1962 abgebrochene künstlerische Arbeit nicht vergessen. Der Wunsch wieder eigene Bilder zu malen wurde immer stärker. Langsam, mit Pinsel und Tusche, erarbeitete er sich zunehmende Sicherheit.
Es entstanden wunderbare kleine Blätter, erzählerisch und heiter. Diese frühen Aquarelle und Zeichnungen haben einen ganz besonderen Zauber und bilden innerhalb seines Werkes einen kleinen eigenständigen Bereich.
"


Die Tuschzeichnungen ab 1977:

1997-2002 Das Atelier in Petershagen

Die Episode 3 erklärt den Beginn der Arbeit in seinem Atelierhaus in Petershagen (bei Strausberg), wo Godehard Lietzow von 1997 bis 2002 arbeitete.

"...Nicht weit von Strausberg in Petershagen fand er einen Arbeitsraum von 80 qm, der ihm die Möglichkeit eröffnete, auch große Formate herzustellen. Doch es bedurfte einiger Zeit, bis er sich dieser Arbeitssituation, die sich so sehr von der in seinem Berliner Atelier unterschied, anpassen konnte. Andererseits liebte er die Natur. Stundenlang wanderte er durch die Wälder und Wiesen rings um Petershagen. Alles, was sich an Landschaft, Flora und Fauna darbot, nahm er intensiv auf. Und so entstanden hier auch die ersten Naturserien seiner "Licht-Bilder".


Atelier Petershagen - Die Gouachen

Die Episode 4 zeigt die in Petershagen entstandenen Malereien, von Godehard Lietzow vorwiegend als "Horizonte" betitelte Gouachen.

"...Die Weite der Landschaft dort hat ihn zu diesen Arbeiten inspiriert und er hat dieses Thema in verschiedenen Farbvariationen wiederholt. Werke, die in der Tradition des Impressionismus stehen und Stimmung sowie farbliche Veränderungen aufgreifen und wiedergeben."

Atelier Petershagen - Zeichnungen

In der Episode 5 werden die Zeichnungen gezeigt, die Godehard Lietzow in einer Serie, die er "Serie Petershagen" nannte, ausschliesslich auf grauem Papier gezeichnet hat.

"...Diese Zeichnungen, ausschließlich auf grauem Papier, sind in ihrer Konsequenz und in der Beschränkung auf Kohle, Tusche und Pinsel so etwas wie eine Essenz aus jahrelanger, zeichnerischer Erfahrung."

Atelier Petershagen - Werke auf Packpapier

In der Episode 6 werden Malereien gezeigt, die in Petershagen auf Packpapier in großen Formaten entstanden sind. Sie sind in dieser Art einzigartig im Ouevre von Godehard Lietzow.

"...Die Arbeiten auf Packpapier aus Petershagen sind ein Zwitter aus Zeichnung und Malerei, obwohl Godehard Lietzow sie immer als Zeichnungen bezeichnete.
Die mit breitem Pinsel und Acrylfarbe auf glattem oder geknülltem Packpapier gemaltgezeichneten Blätter verdeutlichen in ihrem eruptiven Gestus den inneren Spannungszustand des Künstlers. Im Gegensatz zu den vibrierenden Farbkompositionen der Gouachen und der Konzentration in den Zeichnungen auf grauem Papier kann man in diesen Arbeiten unschwer Befindlichkeitsnotatationen erkennen."

Die Collagen

In der Episode 7 lernen Sie die letzten Werke von Godehard Lietzow kennen. Sie entstanden unter äußerst schwierigen Bedingungen und bilden den Abschluss seines künstlerischen Schaffens.

"...Als die Arbeitsverhältnisse in der durch Sanierungsarbeiten fast unbewohnbar gewordenen Wohnung in der Knesebeckstrasse sich so verschlechtert hatten, dass es nicht mehr möglich war zu malen, entdeckte Godehard Lietzow eine Technik für sich, die zu einem letzten Höhepunkt in seinem Schaffen führte: die Technik der Collage. Trotz der unglücklichen, äußeren Umstände führte die Arbeit an den kleinen, nur postkartengroßen Collagen oder Klebebildern, wie er sie nannte, zu einem beglückenden Ergebnis. Fest steht: die Collagen aus der Knesebeckstrasse sind der Abschluss seines umfangreichen Werkes, sein Vermächtnis, die Essenz aus einem erfüllten künstlerischen Leben."

Die Zeichnungen

Die Episode 8 stellt eine Auswahl von Zeichnungen vor. Die Zeichnung ist neben der Malerei der wichtigste Teil im künstlerischen Schaffen von Godehard Lietzow. Schon in dieser begrenzten Auswahl ist die unglaubliche Vielfalt der zeichnerischen Interpretation von der Figuration bis hin zur Abstraktion erkennbar.

"...Gesten und Körperhaltungen deuten Befindlichkeiten an, und manchmal, durch das Hinzufügen erkennbarer Gegenstände, ergibt sich auch Räumlichkeit: Spielraum um eigene Vorstellungen zu inszenieren, fiktive Situationen zu erfinden. Die Lust des Künstlers ist zu erkennen, Heiteres, Komisches und Groteskes in die Darstellung einzubeziehen. Dennoch sind immer auch Traurigkeit und Einsamkeit erkenn- und fühlbar."



"Köpfe und Gesichter"


"Figur und Figuren"

Fotografien und Licht-Bilder

Die Episode 9 stellt Farbfotografien vor, die Godehard Lietzow in der Natur und im urbanen Bereich gemacht hat. Er hat sie als singuläres Bild belassen oder durch das Zusammenfügen mehrer Fotos ein neues Bild entstehen lassen.

"...Wenn Godehard Lietzow fotografierte, ging es ihm nicht um Erinnerungsbilder, sondern um Blickwinkel, Motive, Details, das Zusammenspiel der Farben, den Kontrast von Hell und Dunkel. Sowohl seine Fotografien als auch seine "Licht-Bilder" waren Ergänzung zu seiner gemalten und gezeichneten Bildwelt, immer eingeschlossen in seine Vorstellungen von Komposition, Ästhetik und Atmosphäre."

Serien "Lunare Zeichen" und "Electric Night"

Die Episode 10 zeigt "Licht-Bilder" aus zwei Serien von Godehard Lietzow, die im Bereich seiner Fotografien eine Besonderheit darstellen.

"...Höhepunkt seiner Kamera-Kunst sind die beiden Serien "Lunare Zeichen" und "Electric night". Surreale, faszinierende Bilder.
Bei "Lunare Zeichen" wurde die Lichtquelle Mond durch die geöffnete Blende zum Zeichenstift: auf tiefschwarzem Himmel Linien aus Licht, in scharfem Kontrast. Oder ein Mond mit farbigem "Hof" und wie mit einem Weichzeichner verwischte Übergänge.
Bei "Electric night" wurde die offene Blende zu einem Pinsel, der die zu künstlichem Tag gewordene Nacht - das großstädtische Lichtspektakel aus Straßenzügen, Scheinwerfern und Schaufenstern – in Malerei umsetzte."

Die Aquarelle - Teil 1

Die Episode 11 zeigt den 1. Teil einer Auswahl an Aquarellen, dem wichtigsten Teil im Werk von Godehard Lietzow.

Die Aquarelle sind zweifellos der Höhepunkt im Werk von Godehard Lietzow.In dieser Technik brachte er es zu unbestrittener Meisterschaft.
In einem Katalogvorwort von 1989, das der Kunstkritiker Heinz Ohff schrieb, heißt es: "... Godehard Lietzow hat seinen eigenen Weg gefunden. Zwischen Kontemplation und Eruption wie zwischen Scylla und Charybdis ist er einem Phänomen auf der Spur. Man könnte es als "Struktur der Stille" umreißen. Lietzow will, wie die großen abstrakten Maler am Anfang der Moderne, etwas Geistiges sichtbar werden lassen."

Die Aquarelle - Teil 2

Die Episode 12 ist der zweite Teil der Auswahl an Aquarellen von Godehard Lietzow.

"... Wollte ich meine Aquarelle und mich selbst aus ihnen zu erklären versuchen, müsste ich im Bereich der Musik, der Gedichte beginnen – besser noch im Bereich des Musizierens, des Dichtens, denn nicht das Ergebnis, sondern der Prozess ist wichtig. In aller improvisatorischen Freiheit spiele ich auf dem Instrument des Aquarelllisten und dem des Zeichners, belasse der Farbe dem Wasser, der Tusche, dem Papier, dem Pinsel und der Feder ihre Eigengesetzlichkeit, ihren Eigenklang. .... Auf der Fläche musizieren, dichten: Lieder malen."

Themenkreis Wasser Licht

Die Episode 13 zeigt Bilder und und Fotografien, die das Thema "Wasser" und "Licht" zum Inhalt haben

Godehard Lietzow war ein Mensch, der sich immer zum Wasser hingezogen fühlte, genauer gesagt, zum Meer. Das Mittelmeer und die Ostsee waren seine bevorzugten Wasserzonen. Die Ägäis faszinierte ihn wegen des Lichts, der Farbe des Wassers und des Himmels, die Ostsee mit ihren Wasserfarben-Variationen von Blau und Grau. Die Verbindung von Licht und Wasser ist ein Phänomen, das Godehard Lietzow in vielen Variationen bildlich festgehalten hat.

Themenkreis Stille

Die Episode 14 hat das Thema "Stille" zum Inhalt.

Für Godehard Lietzow war die Stille war der Sammelpunkt der Gedanken und die Möglichkeit, Erlebtes oder Gesehenes zu reflektieren und zu verarbeiten. Er schreibt in seinem Text: "...Stille – nicht die Lautlosigkeit, nicht die Leblosigkeit, nicht die tote Zone des Abstrakten. Stille – vielleicht nur das private Bedürfnis eines Großstädters, der die Großstadt liebt und hasst. Vielleicht nur die Antwort auf all die Unruhe und Un-Stille, den Lärm, ringsum. Vielleicht auch Neigungen zum Meditativen, zum Betrachtenden. Der Seelenfrieden, das Glück: ja, auch sie spielen eine Rolle."

Themenkreis Körperfelder

In dieser Monografie werden nicht nur die verschiedenen Techniken vorgestellt, sondern auch ausgewählte Themenkreise, die im Werk von Godehard Lietzow eine besondere Rolle spielen.
Die Episode 15 hat das Thema "Körperfelder" zum Inhalt.

"... Der Reduzierung des Körpers auf den Torso oder Teile davon, als Körperfelder bezeichnet, hat Godehard Lietzow in einer zahlreichen Folge von Bildern festgehalten. Die Verfremdung findet statt durch Farbe und der Abstrahierung der Form. Durch das Zusammenfügen von Form und freier Farbgestaltung haben sich diese Körperformen in Stimmungsbilder verwandelt. So enstanden Bildtitel wie "Goldleib", "Blauleib", "Torso rosso", "Blauvlies", "Trigon" oder "Goldenes Vlies", "Herbstleib" und "corpo blu". Schönste Aquarelltechnik zeigt sich hier, manchmal mit dem Pinsel in lichtesten Farben nur angedeutete Umrisse."

Themenkreis Feuer

Die Episode 16 hat das Thema "Feuer" zum Inhalt. "Feuer" hat neben dem Thema "Wasser" in den Themenkreisen von Godehard Lietzow den breitesten Raum eingenommen.

"... das Feuer hat die Menschen immer wieder in ihren Bann gezogen. Auch Godehard Lietzow konnte sich dieser Faszination nicht entziehen. Von Vulkanen fühlte er sich magisch angezogen. Lodernde Feuer oder glimmende Glut mit ihrem fantastischen Farbenspiel waren seine Motive. In einigen ganz abstrakten Kompositionen hat er die Farbe des Feuers einbezogen. Farbfelder in leuchtendem Rot, eingebettet in einen meist schwarzen Grund fordern die Phantasie, geben Rätsel auf und faszinieren."

Abstrakt und Informell