Biografische Daten

Fotobiografie 1955-2004
 Biogr. 6x6
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1937 in Schneidemühl/Pommern geboren
1959 Abitur
1959-60 Studium an der Werkkunstschule Hannover bei Johann Georg Geyger und Gerhard Wendland


Godehard Lietzow wurde am 18.11.1937 in Schneidemühl/Pommern als zweiter Sohn eines Polizeibeamten geboren.
Nach Flucht und Zwischenaufenthalt in Mecklenburg (wo der geliebte Bruder mit 23 Jahren verstarb) zog die Familie
nach Springe/Deister in der Nähe von Hannover. In Hannover ging er zur Schule und aufs Gymnasium
und machte auch dort 1959 sein Abitur. Dem Wunsch der Eltern, Lehrer zu werden, sollte er nicht nachkommen
und er entschloss sich, auf der Werkkunstschule Hannover ein Studium für Malerei und Zeichnen zu beginnen.
Seine Lehrer waren u.a. Johann Georg Geyger und Gerhard Wendland. Die Bilder aus dieser Zeit zeigen ganz deutlich,
dass Godehard Lietzow eine ausgeprägte Vorliebe für die abstrakte Kunst hatte, in der er von seinen Lehrern unterstüzt wurde.
Erste Arbeiten (hauptsächlich auf Karton und Nessel) weisen auf die Richtung hin, die er später für sich als "mainstream" festlegte.
In dieser Zeit hat seine Klasse Studienreisen (Skandinavien) unternommen, von der Lietzow seine ersten
Bleistiftzeichnungen mitbrachte. Auch hier schon Abstraktion, mit wenigen Strichen Konturen des Sichtbaren umreißen,
das Ausfüllen dem Betrachter überlassend – bis hin zur total abstrakten Zeichnung. Das ist im späteren, zeichnerischen Oeuvre
wiederzufinden. Die Figur, die ab den frühen 80er Jahren wichtig wurde, fehlt in diesen frühen Arbeiten noch.


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1960-62 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin (Prof. Fred Thieler) und an der Freien Universität Berlin
1963-69 Journalist in Berlin (Kunst- und Filmkritik)


1960 ging Godehard Lietzow nach Berlin. Er hat sein Kunststudium an der damaligen Hochschule
für Bildende Künste bei Fred Thieler fortgesetzt, hat aber auch an der Freien Universität das Fach Germanistik belegt.
Schon Mitte der 50er Jahre entwickelte sich sein Interesse für zeitgenössische Literatur und die Poesie.
In der Notwendigkeit des Geldverdienen müssen kam ihm sein Talent im sprachlichen und textlichen Formulieren zu Hilfe
und er veröffentlichte ab 1963 in einigen Berliner Tageszeitungen ("Kurier", "Telegraf", "Tagesspiegel" und "Die Welt")
sowie bei den Sendern SFB, RIAS, Deutschlandfunk und Deutsche Welle Texte und Kritiken über Kunst (Ausstellungen) und Filme (Berlinale).
1967 lernte er seinen späteren Lebensgefährten kennen.



1970-78 Galerist in Berlin

Ein seit 1969 betriebener ambulanter Kunsthandel führte dann 1970 zur Gründung der Galerie Lietzow.
Seine eigene künstlerische Tätigkeit ruhte bereits seit Beginn der journalistischen Zeit. Lietzow hatte ein Forum
geschaffen, wo er talentierte und noch weitestgehend unbekannte Künstler fördern und mit Ausstellungen deren
Werke der Öffentlichkeit vorstellen konnte. In dieser Zeit schrieb er auch zahlreiche Texte zu den Werken der Künstler,
die in den Katalogen der Galerie veröffentlicht wurden, sowie später auch Texte über seine eigenen Arbeiten.


1973 Wiederaufnahme der eigenen künstlerischen Produktion, neben der galeristischen Tätigkeit
1979 seither ausschließlich freischaffender Künstler


1973 hat Godehard Lietzow dann begonnen, den Faden zum eigenen Malen und Zeichnen wieder aufzunehmen.
Zuerst entstanden kleinformatige Zeichnungen, eine Symbiose aus Aquarell und Tuschzeichnung,
woraus sich dann die Richtungen Malerei und Zeichnung eigenständig entwickelten. Die bevorzugte Technik in der Malerei
war das Aquarell, das dann auch die Basis seiner Akzeptanz als Maler wurde.
Lietzows Suche nach weiteren Ausdrucksmöglichkeiten führten ihn dann - neben den Zeichnungen,
die immer parallel zur Malerei entstanden – hin zum Foto. In einer sehr intensiven Phase hat er mit seiner Kamera
Bilder eingefangen, die er dann als Licht-Bilder bezeichnete - "Bilder aus Licht und Farbe".
Eine weitere Technik weckte sein Interesse – die Collage (die er Klebe-Bilder nannte).
Im Jahr 2005 entstanden auf ausschließlich postkartengroßen Formaten ca. 300 Arbeiten.
Es sollten die letzten Bilder sein.

In all seinen Lebensphasen hat er allerdings kontinuierlich und ganz privat seine Liebe zu Poesie und Prosa gepflegt.
Seit den frühen 50er Jahren bis kurz vor seinem Tod hat er zahlreiche Gedichte und Erzählungen zu Papier gebracht.



Godehard Lietzow ist am 6.August 2006 in Berlin verstorben.